MathematikKlasse 9–11

Potenzfunktionen y = a · xⁿ

Gerade oder ungerade Hochzahl, positiv oder negativ: Mit jedem Exponenten verwandelt sich y = a · xⁿ, nur einige Punkte bleiben immer gleich.

Simulation wird geladen …

Worum geht es?

Eine Potenzfunktion hat die Form

f(x)=a⋅xn(a≠0,  n ganzzahlig)f(x) = a \cdot x^n \qquad (a \neq 0,\; n \text{ ganzzahlig})

Der Exponent nn bestimmt die Form des Graphen, der Streckfaktor aa streckt (∣a∣>1|a| > 1) oder staucht (∣a∣<1|a| < 1) ihn in yy-Richtung; für a<0a < 0 wird er zusätzlich an der xx-Achse gespiegelt. Der Punkt Q(1∣a)Q(1 \mid a) liegt immer auf dem Graphen, denn 1n=11^n = 1.

Je nach nn unterscheidet man vier Klassen (in der Simulation farbig):

Exponent Graph (für a=1a = 1) Symmetrie DD WW
nn gerade, n>0n > 0 Parabel nn-ter Ordnung, beide Äste oben zur yy-Achse R\mathbb{R} R0+\mathbb{R}_0^+
nn ungerade, n>0n > 0 Parabel nn-ter Ordnung (für n=1n = 1 Ursprungsgerade), von links unten nach rechts oben zum Ursprung R\mathbb{R} R\mathbb{R}
nn gerade, n<0n < 0 Hyperbel, beide Äste oben zur yy-Achse R∖{0}\mathbb{R} \setminus \{0\} R+\mathbb{R}^+
nn ungerade, n<0n < 0 Hyperbel, Äste im I. und III. Quadranten zum Ursprung R∖{0}\mathbb{R} \setminus \{0\} R∖{0}\mathbb{R} \setminus \{0\}
  • Symmetrie: Für gerades nn gilt f(−x)=f(x)f(-x) = f(x), der Graph ist achsensymmetrisch zur yy-Achse. Für ungerades nn gilt f(−x)=−f(x)f(-x) = -f(x), der Graph ist punktsymmetrisch zum Ursprung.
  • Negative Exponenten: x−n=1xnx^{-n} = \frac{1}{x^n}. Bei x=0x = 0 ist die Funktion nicht definiert (Polstelle); die Achsen x=0x = 0 und y=0y = 0 sind Asymptoten.
  • Sonderfälle: n=1n = 1 ergibt die Ursprungsgerade y=a⋅xy = a \cdot x. Für n=0n = 0 ist x0=1x^0 = 1 (für x≠0x \neq 0), also f(x)=af(x) = a: eine Parallele zur xx-Achse. Den Ausdruck 000^0 betrachten wir hier nicht – die Simulation nimmt die Stelle 00 aus der Definitionsmenge heraus (hohler Punkt).
  • Gemeinsame Punkte: Alle Graphen von y=xny = x^n gehen durch (1∣1)(1 \mid 1). Bei geradem nn gehen sie durch (−1∣1)(-1 \mid 1), bei ungeradem durch (−1∣−1)(-1 \mid -1), und für n>0n > 0 durch den Ursprung.
  • Zwischen −1-1 und 11 gilt: Je größer der (positive) Exponent, desto flacher der Graph, z. B. 0,54=0,0625<0,52=0,250{,}5^4 = 0{,}0625 < 0{,}5^2 = 0{,}25. Außerhalb ist es umgekehrt.

Ausprobieren

  1. Bewege den Regler für nn langsam von −4-4 bis 66 oder klicke auf Alle Exponenten durchlaufen. Der Graph verwandelt sich weich. Bei welchen nn ändert sich die Klasse? Achte auf die Farbe und auf das Schild oben rechts im Steckbrief.
  2. Klicke bei n=3n = 3 auf Symmetrie zeigen: Der rechte Teil wird um 180°180° um den Ursprung gedreht. Probiere dasselbe bei n=4n = 4. Beispiel laden
  3. Ziehe den Punkt Q(1∣a)Q(1 \mid a) nach oben und unten. Was passiert für a<0a < 0 mit Wertemenge und Monotonie? Beispiel laden
  4. Ziehe PP am Graphen entlang und vergleiche die Rechnung im Bild mit der Wertetabelle. An den Stellen der Tabelle ist die passende Zeile markiert.
  5. Wähle die Ansicht Familie und tippe auf die einzelnen Exponenten. Die anderen Graphen der Familie sind blass und mit ihrem Exponenten beschriftet. Welche Punkte bleiben immer gleich? Gerade Exponenten · Ungerade Exponenten
  6. Vergleiche xx und x3x^3 und lass die senkrechte Linie mit Vergleich von links nach rechts durchfahren. Wo liegt x3x^3 oberhalb von xx? Beispiel laden
  7. Stelle n=−1n = -1 und n=−2n = -2 ein. Wie verhalten sich die Funktionswerte nahe 00 links und rechts? Beispiel laden

Aufgaben

Aufgabe 1: Punktprobe

Liegen die Punkte A(−2∣−4)A(-2 \mid -4) und B(3∣13)B(3 \mid 13) auf dem Graphen von f(x)=0,5⋅x3f(x) = 0{,}5 \cdot x^3?

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f(−2)=0,5⋅(−2)3=0,5⋅(−8)=−4f(-2) = 0{,}5 \cdot (-2)^3 = 0{,}5 \cdot (-8) = -4, also liegt AA auf dem Graphen. f(3)=0,5⋅27=13,5≠13f(3) = 0{,}5 \cdot 27 = 13{,}5 \neq 13, also liegt BB nicht darauf. In der Simulation zeigen

Aufgabe 2: Streckfaktor bestimmen

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Der Graph von f(x)=a⋅x4f(x) = a \cdot x^4 geht durch den Punkt (2∣8)(2 \mid 8). Bestimme aa und gib die Wertemenge an.

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a⋅24=8⇒16a=8⇒a=0,5a \cdot 2^4 = 8 \Rightarrow 16a = 8 \Rightarrow a = 0{,}5. Weil nn gerade und a>0a > 0 ist, gilt W=R0+W = \mathbb{R}_0^+. In der Simulation zeigen

Aufgabe 3: Steckbrief

Erstelle einen Steckbrief für f(x)=−2⋅x−3f(x) = -2 \cdot x^{-3}: Definitionsmenge, Wertemenge, Symmetrie, Monotonie, Verhalten für x→±∞x \to \pm\infty und nahe 00. Berechne f(1)f(1) und f(−1)f(-1).

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D=W=R∖{0}D = W = \mathbb{R} \setminus \{0\}, punktsymmetrisch zum Ursprung (nn ungerade). Wegen a<0a < 0 ist der Graph der Hyperbel 1x3\frac{1}{x^3} an der xx-Achse gespiegelt: Die Äste liegen im II. und IV. Quadranten, ff ist steigend für x<0x < 0 und für x>0x > 0. Für x→±∞x \to \pm\infty gilt f(x)→0f(x) \to 0; links von 00 gilt f(x)→+∞f(x) \to +\infty, rechts f(x)→−∞f(x) \to -\infty. Asymptoten x=0x = 0 und y=0y = 0. f(1)=−2f(1) = -2, f(−1)=−2⋅1−1=2f(-1) = -2 \cdot \frac{1}{-1} = 2. In der Simulation zeigen

Aufgabe 4: Wer ist größer?

Für welche xx gilt x4<x2x^4 < x^2? Begründe mit einem Zahlenbeispiel.

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Die Graphen schneiden sich bei x=−1x = -1, 00 und 11. Für 0<∣x∣<10 < |x| < 1 gilt x4<x2x^4 < x^2, z. B. 0,54=0,0625<0,25=0,520{,}5^4 = 0{,}0625 < 0{,}25 = 0{,}5^2. Für ∣x∣>1|x| > 1 ist es umgekehrt, z. B. 24=16>42^4 = 16 > 4. In der Simulation zeigen

Aufgabe 5: Gemeinsame Punkte

Welche Punkte haben alle Graphen von y=xny = x^n mit ungeradem n>0n > 0 gemeinsam? Welcher fällt weg, wenn man auch n=−1n = -1 und n=−3n = -3 zulässt?

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(−1∣−1)(-1 \mid -1), (0∣0)(0 \mid 0) und (1∣1)(1 \mid 1), denn (−1)n=−1(-1)^n = -1, 0n=00^n = 0 und 1n=11^n = 1. Für negative nn ist 00 nicht in der Definitionsmenge, also fällt der Ursprung weg. In der Simulation zeigen

Aufgabe 6: Graph erkennen

Ein Graph von f(x)=xnf(x) = x^n liegt vollständig oberhalb der xx-Achse, ist achsensymmetrisch zur yy-Achse und hat bei x=0x = 0 eine Polstelle. Was weißt du über nn? Gib ein Beispiel an.

Lösung anzeigen

nn ist gerade und negativ, z. B. n=−2n = -2: f(x)=1x2f(x) = \frac{1}{x^2} mit W=R+W = \mathbb{R}^+. In der Simulation zeigen

Ideen für den Unterricht

  • Einsatz: Etwa Klasse 9/10, Potenzfunktionen mit natürlichen Exponenten und Erweiterung des Potenzbegriffs, danach ganzrationale Funktionen. Die negativen Exponenten knüpfen an die Hyperbel y=1xy = \frac{1}{x} an; ob und in welchem Umfang sie im Unterricht vorkommen, hängt vom Lehrplan ab.
  • Entdeckend: Die Familien-Ansicht eignet sich zum Sammeln von Vermutungen („Was haben alle gemeinsam?“), die anschließend mit 1n1^n, (−1)n(-1)^n und 0n0^n begründet werden.
  • Symmetrie begründen: Die Animation zeigt, was Achsen- und Punktsymmetrie bedeuten; die Begründung (−x)n=xn(-x)^n = x^n bzw. (−x)n=−xn(-x)^n = -x^n kann daran anschließen.
  • Häufige Stolpersteine:
    • „x4x^4 ist immer größer als x2x^2.“ – Nur für ∣x∣>1|x| > 1; zwischen −1-1 und 11 ist es umgekehrt.
    • x−2x^{-2} wird als −x2-x^2 gelesen. – Richtig ist x−2=1x2>0x^{-2} = \frac{1}{x^2} > 0.
    • Bei n=0n = 0 wird 000^0 einfach als 11 gesetzt. – Die Simulation lässt die Stelle 00 bewusst weg; hier lohnt ein kurzes Gespräch.
    • Monotonie bei ungeradem negativem nn: 1x\frac{1}{x} ist auf beiden Teilen fallend, aber nicht auf ganz DD (z. B. f(−1)=−1<f(1)=1f(-1) = -1 < f(1) = 1).
  • Aufgabenmodus: Mit info=0 und Teilen → Ergebnisse verdecken werden Steckbrief, Wertetabelle und Rechnung durch „?“ ersetzt; der Graph bleibt sichtbar.