MathematikLehrplan Hessen · Gymnasium

Mathematik – Jahrgangsstufe 12

Qualifikationsphase Q1 „Analysis“ und Q2 „Analytische Geometrie, Lineare Algebra und Vertiefung der Analysis“. Verbindlich sind Q1.1–Q1.3 und Q2.1–Q2.3. Die Zuordnung zu Jahrgangsstufe 12 ist eine Annahme (G9). „Nur LK“ kennzeichnet das erhöhte Niveau.

Lernbereich Q1.1Einführung in die Integralrechnung

Verbindliches Themenfeld. Das Integral als rekonstruierter Bestand und als orientierter Flächeninhalt, Rechtecksummen, Hauptsatz und erste Integrationsregeln.

Q1.1.1Bedeutung des Integrals als Bestandsgröße und als orientierter Flächeninhalt

Aus Änderungsrate und Anfangswert den Bestand rekonstruieren; Integral als Produktsumme.

Q1.1.2Flächen unter einem Funktionsgraphen

Flächen mit Ober- und Untersummen annähern und per Grenzwert zum bestimmten Integral übergehen.

Q1.1.3Hauptsatz der Differenzial- und Integralrechnung

Zusammenhang von Ableiten und Integrieren anschaulich begründen; Funktion und Stammfunktion grafisch.

Q1.1.4Entwickeln der Integrationsregeln mithilfe der Ableitungsregeln

Stammfunktionen von Potenzen, eˣ, sin x und cos x; Faktor- und Summenregel.

Hierfür ist keine eigene Simulation geplant.

Q1.1.5Integrieren von e^(ax+b), sin[b·(x − c)], cos[b·(x − c)]

Stammfunktionen von linear verketteten Funktionen bestimmen.

Hierfür ist keine eigene Simulation geplant.

Q1.1.6Integrieren von (ax + b)^r mit r ∈ ℚ \ {−1}, Integrieren von g(x) = f′(x)·e^f(x) (nur LK)

Weitere Stammfunktionen über die Umkehrung der Kettenregel.

Hierfür ist keine eigene Simulation geplant.

Lernbereich Q1.2Anwendungen der Integralrechnung

Verbindliches Themenfeld. Flächeninhalte zwischen Graphen, Bestände und Mittelwerte in Sachkontexten; im LK zusätzlich Rotationskörper und uneigentliche Integrale.

Q1.2.1Flächeninhaltsberechnung

Flächen zwischen Graphen und Achsenparallelen berechnen, auch rückwärts (Grenze oder Parameter gesucht).

Hierfür ist keine eigene Simulation geplant.

Q1.2.2Anwenden des Integrals für Berechnungen in Sachzusammenhängen

Rekonstruierter Bestand, mittlerer Bestand und mittlere Änderungsrate.

Q1.2.3Argumentieren und Begründen anhand von Integral-Termen

Integralausdrücke im Sachzusammenhang deuten und Aussagen begründen.

Hierfür ist keine eigene Simulation geplant.

Q1.2.4Rotationskörper (nur LK)

Volumenformel begründen und Volumina von Rotationskörpern um die x-Achse berechnen.

Q1.2.5Uneigentliche Integrale (nur LK)

Unendlich ausgedehnte Flächen auf endlichen Inhalt untersuchen.

Hierfür ist keine eigene Simulation geplant.

Lernbereich Q1.3Vertiefung der Differenzial- und Integralrechnung

Verbindliches Themenfeld. Sicherer Umgang mit den Inhalten der Einführungsphase, verknüpfte Exponentialfunktionen und Wachstumsmodelle; im LK Funktionen mit Parametern und logistisches Wachstum.

Q1.3.1Verständiges Umgehen mit den in der Einführungsphase erarbeiteten Inhalten

Funktionen, Ableitung und Ableitungsregeln vernetzt anwenden.

Q1.3.2Untersuchen von Exponentialfunktionen, die mit ganzrationalen Funktionen verknüpft sind

Summen, Produkte und Verkettungen aus e-Funktion und Polynomen untersuchen, auch im Sachkontext.

Q1.3.3Wachstums- und Zerfallsprozesse

Exponentielles und begrenztes Wachstum mit Messdaten modellieren; Exponentialgleichungen lösen.

Q1.3.4Untersuchung von Funktionen mit Parametern, bei denen Exponentialfunktionen mit ganzrationalen Funktionen verknüpft sind, sowie von Kettenlinien und Glockenkurven (nur LK)

Einfluss von Parametern auf verknüpfte Exponentialfunktionen untersuchen.

Q1.3.5Logistisches Wachstum (nur LK)

Logistische Wachstumsmodelle anwenden (ohne Herleitung aus der Differenzialgleichung).

Hierfür ist keine eigene Simulation geplant.

Lernbereich Q1.4Integrationsmethoden

Nicht verbindliches Themenfeld. Weitere Verfahren zum Finden von Stammfunktionen.

Q1.4.1Ermitteln einer Stammfunktion durch Formansatz mit Koeffizientenvergleich

Stammfunktion mit passendem Ansatz und Koeffizientenvergleich bestimmen.

Hierfür ist keine eigene Simulation geplant.

Q1.4.2Partielle Integration (nur LK)

Produktintegrale mit partieller Integration lösen.

Hierfür ist keine eigene Simulation geplant.

Q1.4.3Integration durch Substitution (nur LK)

Integrale durch Substitution vereinfachen.

Hierfür ist keine eigene Simulation geplant.

Lernbereich Q1.5Gewöhnliche Differenzialgleichungen

Nicht verbindliches Themenfeld. Wachstumsmodelle mit Differenzialgleichungen beschreiben und Gleichungen erster Ordnung lösen.

Q1.5.1Beschreiben und Entwickeln von Modellen für Wachstums- und Zerfallsprozesse mithilfe von Differenzialgleichungen

Wachstumsannahmen in Differenzialgleichungen übersetzen.

Hierfür ist keine eigene Simulation geplant.

Q1.5.2Lösungsverfahren für Differenzialgleichungen erster Ordnung

Richtungsfelder, Trennung der Variablen und weitere elementare Methoden.

Hierfür ist keine eigene Simulation geplant.

Q1.5.3Untersuchen von Differenzialgleichungen zweiter Ordnung (nur LK)

Differenzialgleichungen zweiter Ordnung, etwa bei periodischen Vorgängen.

Hierfür ist keine eigene Simulation geplant.

Lernbereich Q2.1Vertiefung der Analysis

Verbindliches Themenfeld. Weitere Funktionsklassen (einfache gebrochen-rationale und Wurzelfunktionen), Transformationen von Graphen und Umkehrfunktionen; im LK die ln-Funktion und Verkettungen.

Q2.1.1Einfache gebrochen rationale und einfache Wurzelfunktionen

Eigenschaften und Ableitungen von f(x) = 1/xⁿ und f(x) = √x.

Q2.1.2Verschiebung und Streckung

Graphen verschieben, strecken und spiegeln; g(x) = a·f(b·(x − c)) + d deuten.

Hierfür ist keine eigene Simulation geplant.

Q2.1.3Umkehrfunktion

Umkehrfunktion aufstellen und als Spiegelung an y = x deuten; Definitions- und Wertemenge.

Q2.1.4Die natürliche Logarithmusfunktion f(x) = ln(x) (nur LK)

Ln als Umkehrfunktion der e-Funktion beschreiben und transformieren.

Q2.1.5Die natürliche Logarithmusfunktion als Stammfunktion von 1/x (nur LK)

Ln(x) als Stammfunktion von 1/x nutzen.

Hierfür ist keine eigene Simulation geplant.

Q2.1.6Verknüpfen und Verketten von Funktionen (nur LK)

Eigenschaften von Summen, Produkten und Verkettungen anhand der Graphen begründen.

Lernbereich Q2.2Orientieren und Bewegen im Raum

Verbindliches Themenfeld. Räumliches Koordinatensystem, Vektoren, Skalarprodukt und Winkel sowie Untersuchung einfacher Körper und Figuren im Raum.

Q2.2.1Räumliche Koordinatensysteme

Punkte und Körper im 3D-Koordinatensystem darstellen, auch mit Software.

Q2.2.2Vektoren

Verschiebungen als Vektoren, Rechnen mit Vektoren, Kollinearität, Betrag und Abstand.

Q2.2.3Winkel

Skalarprodukt, Orthogonalität und Winkel zwischen Vektoren.

Q2.2.4Einfache geometrische Körper und Figuren im Raum

Würfel, Prismen, Pyramiden und ebene Figuren im Raum untersuchen und berechnen.

Lernbereich Q2.3Geraden und Ebenen im Raum

Verbindliches Themenfeld. Lineare Gleichungssysteme, Geraden und Ebenen in verschiedenen Darstellungen, Lagebeziehungen, Winkel, Abstände und Anwendungen wie Schattenwurf.

Q2.3.1Systematisches Lösen von linearen Gleichungssystemen (auch über- und unterbestimmte)

Gleichungssysteme algorithmisch lösen und Lösungsmengen geometrisch deuten.

Hierfür ist keine eigene Simulation geplant.

Q2.3.2Parameterdarstellungen

Geraden und Strecken mit Parametergleichungen, Punktprobe und Spurpunkte.

Q2.3.3Lagebeziehung von Geraden

Schneiden, parallel, identisch oder windschief; Schnittpunkt und Schnittwinkel.

Q2.3.4Anwendung auf geradlinige Bewegungen

Bewegungen mit Geraden beschreiben; Richtungsvektor als Geschwindigkeit.

Q2.3.5Ebenen in verschiedenen Darstellungsformen

Parameter- und Koordinatenform, Normalenvektor.

Q2.3.6Darstellen von Ebenen und von begrenzten Flächen (insbesondere Dreieck, Parallelogramm) im Raum mit Parametergleichung

Punktprobe und Spurpunkte von Ebenen.

Q2.3.7Umwandeln der verschiedenen Darstellungsformen einer Ebene ineinander

Formen umwandeln; Lage von Gerade und Ebene und Durchstoßpunkte bestimmen.

Q2.3.8Berechnung des Winkels zwischen Gerade und Ebene sowie zwischen Ebene und Ebene

Schnittwinkel mithilfe von Richtungs- und Normalenvektoren.

Hierfür ist keine eigene Simulation geplant.

Q2.3.9Untersuchung von Winkeln (insbesondere auf Orthogonalität und Parallelität) sowie von den genannten Lagebeziehungen jeweils in Abhängigkeit von einem (zusätzlichen) Parameter

Lage und Winkel abhängig von einem Parameter untersuchen.

Hierfür ist keine eigene Simulation geplant.

Q2.3.10Spiegelung und orthogonale Projektion

Punkt an Ebene spiegeln; Lotfußpunktverfahren für den Abstand Punkt–Ebene.

Q2.3.11Anwendung in Sachzusammenhängen

Schattenwürfe, Projektionen auf Koordinatenebenen und Flächenberechnungen.

Hierfür ist keine eigene Simulation geplant.

Q2.3.12Normalenform einer Ebene (nur LK)

Ebenen über Normalenvektor und Aufpunkt beschreiben.

Q2.3.13Weitere Lagebeziehungen und Abstandsbestimmungen (nur LK)

Lage zweier Ebenen, Schnittgeraden, Abstände zwischen Punkten, Geraden und Ebenen, allgemeine Spiegelungen.

Q2.3.14Vektorprodukt (nur LK)

Vektorprodukt für Normalenvektoren und Flächeninhalte nutzen.

Q2.3.15Geradenscharen (nur LK)

Geraden mit Parameter untersuchen.

Hierfür ist keine eigene Simulation geplant.

Q2.3.16Ebenenscharen, insbesondere in der Darstellung durch eine Koordinatengleichung (nur LK)

Ebenen mit Parameter untersuchen.

Hierfür ist keine eigene Simulation geplant.

Q2.3.17Darstellung von Parabelbahnen mithilfe von Parametern (nur LK)

Flugbahnen (z. B. eines Balls) parametrisch beschreiben.

Hierfür ist keine eigene Simulation geplant.

Lernbereich Q2.4Matrizen zur Beschreibung von Übergangsprozessen

Nicht verbindliches Themenfeld. Übergangsprozesse mit Graphen, Zustandsvektoren und Übergangsmatrizen modellieren, Matrizenrechnung und Markov-Ketten.

Q2.4.1Beschreiben von Übergangsprozessen mithilfe von Zustands- beziehungsweise Übergangsgraphen, Zustandsvektoren und Übergangsmatrizen

Z. B. Populationen, Wählerwanderung oder Kundenströme modellieren.

Hierfür ist keine eigene Simulation geplant.

Q2.4.2Rechnen mit Matrizen

Skalar-, Matrix-Vektor- und Matrixmultiplikation, Addition, einfache Inverse.

Hierfür ist keine eigene Simulation geplant.

Q2.4.3Markov-Ketten

Zustände schrittweise (auch rückwärts) berechnen und stabile Zustände über Fixvektoren finden.

Hierfür ist keine eigene Simulation geplant.

Q2.4.4Bestimmen und Interpretieren von Matrixeinträgen bei Potenzen von Matrizen

Einträge von M² usw. im Kontext deuten.

Hierfür ist keine eigene Simulation geplant.

Q2.4.5Langfristige Entwicklung von Übergangsprozessen (nur LK)

Matrixpotenzen, Grenzprozesse und Grenzmatrizen interpretieren.

Hierfür ist keine eigene Simulation geplant.

Lernbereich Q2.5Matrizen zur Darstellung linearer geometrischer Abbildungen

Nicht verbindliches Themenfeld. Geometrische Abbildungen wie Spiegelungen, Projektionen und Streckungen mit Matrizen darstellen und verketten.

Q2.5.1Beschreiben von geometrischen Abbildungen mithilfe von Matrizen

Z. B. Schattenwürfe als Abbildung mit einer Matrix beschreiben.

Q2.5.2Rechnen mit Matrizen

Matrizen addieren, multiplizieren und einfache Inverse bestimmen.

Hierfür ist keine eigene Simulation geplant.

Q2.5.3Darstellen linearer geometrischer Abbildungen mit Matrizen

Abbildungsmatrizen für Spiegelungen, Parallelprojektionen, zentrische Streckungen und deren Verkettung.

Q2.5.4Darstellen linearer geometrischer Abbildungen im dreidimensionalen euklidischen Raum ℝ³ mit Matrizen (nur LK)

Drehungen um Koordinatenachsen, Projektionen auf beliebige Ursprungsebenen, Fixpunkte.

Die Kurzbeschreibungen fassen den Lehrplan in eigenen Worten zusammen. Verbindlich ist der Originaltext. Originaltext: Kerncurriculum, Gymnasium, Mathematik, Jahrgangsstufe 12