PhysikKlasse 7–9

Ohmsches Gesetz

Spannung hoch, Strom hoch, immer im selben Verhältnis. Messpunkt für Messpunkt entsteht die Kennlinie, beim Lämpchen aber nicht ganz gerade.

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Worum geht es?

Legt man an ein Bauteil eine Spannung UU an, fließt ein elektrischer Strom der Stärke II. Gemessen wird so:

  • Das Amperemeter liegt in Reihe mit dem Bauteil – der ganze Strom muss hindurch.
  • Das Voltmeter liegt parallel zum Bauteil – es misst die Spannung zwischen seinen beiden Anschlüssen.

Der elektrische Widerstand gibt an, wie stark ein Bauteil den Strom hemmt:

R=UI[R]=1 Ω=1 VAR = \frac{U}{I} \qquad [R] = 1\,\Omega = 1\,\frac{\text{V}}{\text{A}}

Ohmsches Gesetz: Bei Metalldrähten mit gleichbleibender Temperatur ist die Stromstärke proportional zur Spannung, I∼UI \sim U. Der Widerstand RR ist dann konstant und es gilt U=R⋅IU = R \cdot I. Die Kennlinie im II-UU-Diagramm ist eine Ursprungsgerade – je größer RR, desto flacher verläuft sie. Im UU-II-Diagramm ist die Steigung der Geraden gleich RR.

Glühlampe: Die Wendel aus Wolfram wird beim Betrieb über 2000 °C2000\,°\text{C} heiß. Mit der Temperatur steigt ihr Widerstand – von etwa 3 Ω3\,\Omega (kalt) auf 48 Ω48\,\Omega bei 12 V12\,\text{V}. Ihre Kennlinie ist deshalb gekrümmt; für die Glühlampe gilt das ohmsche Gesetz nicht.

Widerstand eines Drahtes: Er wächst mit der Länge ll und sinkt mit der Querschnittsfläche AA:

R=ρ⋅lAρKonstantan=0,49 Ω⋅mm2mR = \rho \cdot \frac{l}{A} \qquad \rho_{\text{Konstantan}} = 0{,}49\,\frac{\Omega \cdot \text{mm}^2}{\text{m}}

Der spezifische Widerstand ρ\rho hängt vom Material ab. Konstantan ändert seinen Widerstand beim Erwärmen kaum.

Ausprobieren

  1. Drehe am Knopf des Netzgeräts und beobachte die Zeiger. Nimm bei verschiedenen Spannungen Messwerte auf – oder starte die automatische Messreihe.
  2. Miss nacheinander verschiedene Widerstände und vergleiche die Geraden im Diagramm. 47 Ω · 150 Ω
  3. Nimm die Kennlinie der Glühlampe auf und beobachte dabei die Wendel. Glühlampe
  4. Wechsle zum U-I-Diagramm: Jetzt ist die Steigung der Geraden der Widerstand. U-I-Diagramm
  5. Untersuche den Konstantandraht: Verdopple die Länge, dann den Querschnitt. 1 m · 2 m · doppelter Querschnitt

Aufgaben

Aufgabe 1: Unbekannter Widerstand

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Bestimme den Widerstand B aus einer Messreihe. Zeichne die Ausgleichsgerade selbst.

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Zum Beispiel bei U=8 VU = 8\,\text{V}: I≈0,098 AI \approx 0{,}098\,\text{A}, also R=8 V0,098 A≈82 ΩR = \frac{8\,\text{V}}{0{,}098\,\text{A}} \approx 82\,\Omega. Alle Messpunkte liegen auf einer Ursprungsgeraden mit diesem Wert. Lösung zeigen

Aufgabe 2: Stromstärke vorhersagen

An einem Widerstand von 100 Ω100\,\Omega liegt eine Spannung von 6 V6\,\text{V}. Wie groß ist die Stromstärke?

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I=UR=6 V100 Ω=0,06 A=60 mAI = \frac{U}{R} = \frac{6\,\text{V}}{100\,\Omega} = 0{,}06\,\text{A} = 60\,\text{mA}. Prüfen

Aufgabe 3: Spannung einstellen

Welche Spannung braucht man, damit durch einen Widerstand von 47 Ω47\,\Omega genau 0,2 A0{,}2\,\text{A} fließen?

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U=R⋅I=47 Ω⋅0,2 A=9,4 VU = R \cdot I = 47\,\Omega \cdot 0{,}2\,\text{A} = 9{,}4\,\text{V}. Prüfen

Aufgabe 4: Widerstand der Glühlampe

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Berechne den Widerstand der Glühlampe bei 2 V2\,\text{V} und bei 12 V12\,\text{V}. Warum unterscheiden sich die Werte?

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Bei 2 V2\,\text{V} fließen etwa 0,110 A0{,}110\,\text{A}, also R≈18 ΩR \approx 18\,\Omega. Bei 12 V12\,\text{V} sind es 0,25 A0{,}25\,\text{A}, also R=48 ΩR = 48\,\Omega. Bei höherer Spannung ist die Wendel heißer, und der Widerstand von Metallen steigt mit der Temperatur.

Aufgabe 5: Längerer und dickerer Draht

Ein Konstantandraht mit l=1 ml = 1\,\text{m} und A=0,1 mm2A = 0{,}1\,\text{mm}^2 hat 4,9 Ω4{,}9\,\Omega. Welchen Widerstand hat ein Draht mit 2 m2\,\text{m} Länge und 0,2 mm20{,}2\,\text{mm}^2 Querschnitt?

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Doppelte Länge verdoppelt RR, doppelter Querschnitt halbiert ihn: wieder 4,9 Ω4{,}9\,\Omega. Prüfen

Aufgabe 6: Strombegrenzung

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Beim Draht (1 m1\,\text{m}, 0,1 mm20{,}1\,\text{mm}^2) ist am Netzgerät 12 V12\,\text{V} eingestellt, das Voltmeter zeigt aber nur etwa 9,8 V9{,}8\,\text{V}. Erkläre.

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Bei 12 V12\,\text{V} würden 12 V4,9 Ω≈2,4 A\frac{12\,\text{V}}{4{,}9\,\Omega} \approx 2{,}4\,\text{A} fließen. Das Netzgerät liefert aber höchstens 2 A2\,\text{A} und senkt deshalb die Spannung auf U=4,9 Ω⋅2 A=9,8 VU = 4{,}9\,\Omega \cdot 2\,\text{A} = 9{,}8\,\text{V}. Darum misst man die Spannung immer direkt am Bauteil.

Ideen für den Unterricht

  • Einsatz: Widerstand, ohmsches Gesetz und Kennlinien (Klasse 8/9), der Drahtwiderstand R=ρ⋅lAR = \rho \cdot \frac{l}{A} als Vertiefung. Die Messwerte entstehen wie im Versuch durch Ablesen; mit fit=0 zeichnen die Lernenden die Ausgleichsgerade selbst. Weil Schulbücher beide Darstellungen verwenden, lässt sich zwischen II-UU-Kennlinie und UU-II-Diagramm umschalten. Mehrere Messreihen bleiben zum Vergleich im Diagramm.
  • Messgeräte: Die Zeigerinstrumente wählen ihren Messbereich selbst (er steht unter der Skala, kleine Stromstärken in mA). Bei echten Geräten stellt man ihn von Hand ein – und beginnt mit dem größten Bereich.
  • Modell: Netzgerät 00 bis 12 V12\,\text{V} mit Strombegrenzung 2 A2\,\text{A}; ideale Messgeräte. Glühlampe 12 V / 0,25 A12\,\text{V}\,/\,0{,}25\,\text{A}: Gleichgewicht aus zugeführter Leistung und Abgabe durch Strahlung und Wärmeleitung, Widerstand von Wolfram R∼T1,2R \sim T^{1{,}2}. Erwärmung des Konstantandrahtes vernachlässigt. Die Wendeltemperatur ist eine Modellangabe.
  • Häufige Stolpersteine:
    • „R=U/IR = U / I ist das ohmsche Gesetz.“ – Das ist die Definition des Widerstands und gilt für jedes Bauteil. Das ohmsche Gesetz sagt, dass RR konstant ist (I∼UI \sim U).
    • „Ein großer Widerstand lässt viel Strom durch.“ – Umgekehrt.
    • „Das Amperemeter misst auch parallel.“ – Parallel geschaltet entsteht fast ein Kurzschluss.