PhysikKlasse 7–11

Energieerhaltung (Achterbahn)

Ein Wagen fährt Achterbahn: Energie-Säulen zeigen, wie sich Lageenergie und Bewegungsenergie ineinander umwandeln.

Simulation wird geladen …

Worum geht es?

Ein Achterbahnwagen hat oben am Start Lageenergie (Höhenenergie). Rollt er hinunter, wird sie in Bewegungsenergie umgewandelt – und beim Hochfahren wieder zurück:

Epot=m⋅g⋅hEkin=12 m v2E_\text{pot} = m \cdot g \cdot h \qquad E_\text{kin} = \tfrac{1}{2}\, m\, v^2

Ohne Reibung gilt der Energieerhaltungssatz: Die Summe bleibt an jeder Stelle gleich. Daraus folgt die Geschwindigkeit in jeder Höhe:

mgh0=mgh+12mv2⇒v=2g (h0−h)m g h_0 = m g h + \tfrac{1}{2} m v^2 \quad\Rightarrow\quad v = \sqrt{2 g\,(h_0 - h)}

Die Masse kürzt sich heraus: Ein schwerer und ein leichter Wagen sind an jeder Stelle gleich schnell, nur ihre Energien sind verschieden. Ohne Reibung kehrt der Wagen genau in der Starthöhe um; über einen Hügel kommt er nur, wenn der Hügel niedriger als h0h_0 ist.

Mit Reibung wird ein Teil der Energie in innere Energie (Reibungswärme WRW_\text{R}) umgewandelt: Schienen und Räder werden ein wenig wärmer. Diese Energie lässt sich kaum wieder nutzen, man spricht von Energieentwertung. Die Gesamtenergie bleibt erhalten, Epot+EkinE_\text{pot} + E_\text{kin} nimmt aber ab:

Epot+Ekin+WR=mgh0=konstantE_\text{pot} + E_\text{kin} + W_\text{R} = m g h_0 = \text{konstant}

Looping (Radius rr): Im höchsten Punkt muss die Gewichtskraft allein höchstens so groß sein wie die nötige Zentripetalkraft: mg≤mv2rm g \leq m \frac{v^2}{r}, also v≥g⋅rv \geq \sqrt{g \cdot r}. Ohne Reibung braucht man dafür eine Starthöhe von mindestens 2,5⋅r2{,}5 \cdot r über dem Tiefpunkt. Startet der Wagen niedriger (aber höher als rr), würde er ohne Sicherungsbügel in der Höhe h=2h0+r3h = \frac{2 h_0 + r}{3} aus der Bahn fallen.

Ausprobieren

  1. Drücke Losfahren und beobachte die Energie-Säulen. Was bleibt immer gleich? Ziehe den Wagen vor der Fahrt an eine andere Stelle der Startrampe.
  2. Tippe auf die Schiene, um bis zu vier Messpunkte zu setzen. Die Simulation zeigt dort Höhe und Geschwindigkeit, die Tabelle die Energien. Verdopple dann die Masse: Was ändert sich, was nicht? Doppelte Masse
  3. Schalte Reibung ein. In welche Energieform wird die Energie umgewandelt? Achte auf die Säule WRW_\text{R}. Die zweite, gepunktete Linie zeigt, wie hoch der Wagen noch kommen kann. Mit Reibung
  4. Öffne die Energie-Diagramme. Oben ist die Lageenergie über dem Weg ein „Energieberg“ in Form der Bahn; der Abstand bis zur waagerechten Linie ist die Bewegungsenergie. Unten stapeln sich die Energien über der Zeit – die Oberkante bleibt immer gleich. Tippe ins untere Diagramm, um die Zeit zu verschieben. Energie-Diagramme
  5. Baue eine eigene Bahn: Ziehe die Punkte 1 bis 4 und den Wagen. Wann schafft er den Hügel bei Punkt 2? Eigene Bahn
  6. Sieh dir die Kräfte im Looping an: aus 20 m und aus 13 m Höhe. Looping aus 20 m · aus 13 m
  7. Entdeckungsaufgabe: Finde die kleinste Starthöhe, mit der der Wagen den Looping schafft. Jede Fahrt erscheint als Punkt in der Messreihe. Aufgabe starten
  8. Fahre die Mega-Bahn mit zwei Loopings. Die Kamera fährt mit, die Übersicht oben rechts zeigt die ganze Strecke. Die Andruck-Anzeige unten links zeigt, wie stark der Sitz dich drückt – als Vielfaches deiner Gewichtskraft (in gg): im Tal kräftig, auf dem ersten Hügel weniger als null (Airtime). Warum sind die Loopings oben enger als unten? Mega-Bahn

Aufgaben

Aufgabe 1: Geschwindigkeit im Tal

Der Wagen startet im Tal aus 15 m15\,\text{m} Höhe. Wie schnell ist er am tiefsten Punkt (ohne Reibung)? Aufgabe laden

Lösung anzeigen

v=2⋅9,81 ms2⋅15 m≈17,2 ms≈62 kmhv = \sqrt{2 \cdot 9{,}81\,\tfrac{\text{m}}{\text{s}^2} \cdot 15\,\text{m}} \approx 17{,}2\,\tfrac{\text{m}}{\text{s}} \approx 62\,\tfrac{\text{km}}{\text{h}}

Aufgabe 2: Energien unterwegs

Ein Wagen mit m=400 kgm = 400\,\text{kg} startet aus 20 m20\,\text{m} Höhe. Berechne seine Lageenergie am Start sowie Geschwindigkeit, Lage- und Bewegungsenergie in 10 m10\,\text{m} Höhe. Prüfe mit einem Messpunkt. Aufgabe laden

Lösung anzeigen

Start: Epot=400⋅9,81⋅20 J=78 480 JE_\text{pot} = 400 \cdot 9{,}81 \cdot 20\,\text{J} = 78\,480\,\text{J}. In 10 m10\,\text{m} Höhe ist die Hälfte davon Lageenergie (39 240 J39\,240\,\text{J}), die andere Hälfte Bewegungsenergie (39 240 J39\,240\,\text{J}). Daraus v=2⋅9,81⋅10 ms≈14,0 msv = \sqrt{2 \cdot 9{,}81 \cdot 10}\,\tfrac{\text{m}}{\text{s}} \approx 14{,}0\,\tfrac{\text{m}}{\text{s}}.

Aufgabe 3: Mindesthöhe für den Looping

Begründe, dass der Wagen ohne Reibung mindestens aus 2,5⋅r2{,}5 \cdot r starten muss, um den Looping (r=6 mr = 6\,\text{m}) sicher zu durchfahren. Wie schnell ist er dann oben?

Lösung anzeigen

Oben gilt mg≤mv2rm g \leq m \frac{v^2}{r}, also v2≥grv^2 \geq g r. Energieerhaltung zwischen Start und höchstem Punkt (h=2rh = 2r):

mgh0=mg⋅2r+12mv2≥mg⋅2r+12mgr⇒h0≥2,5 r=15 m.m g h_0 = m g \cdot 2r + \tfrac{1}{2} m v^2 \geq m g \cdot 2r + \tfrac{1}{2} m g r \quad\Rightarrow\quad h_0 \geq 2{,}5\,r = 15\,\text{m}.

Oben ist dann v=9,81⋅6 ms≈7,67 msv = \sqrt{9{,}81 \cdot 6}\,\tfrac{\text{m}}{\text{s}} \approx 7{,}67\,\tfrac{\text{m}}{\text{s}}. Aus 14 m14\,\text{m} fiele der Wagen ohne Bügel in h=2⋅14+63 m≈11,3 mh = \frac{2 \cdot 14 + 6}{3}\,\text{m} \approx 11{,}3\,\text{m} heraus, aus 16 m16\,\text{m} schafft er es mit v≈8,86 msv \approx 8{,}86\,\tfrac{\text{m}}{\text{s}} oben. 14 m · 16 m

Aufgabe 4: Kräfte oben im Looping

Der Wagen (400 kg400\,\text{kg}) startet aus 20 m20\,\text{m}. Berechne oben die Geschwindigkeit, die Gewichtskraft, die nötige Zentripetalkraft und die Kraft der Schiene. Aufgabe laden

Lösung anzeigen

v=2⋅9,81⋅(20−12) ms≈12,5 msv = \sqrt{2 \cdot 9{,}81 \cdot (20 - 12)}\,\tfrac{\text{m}}{\text{s}} \approx 12{,}5\,\tfrac{\text{m}}{\text{s}}, FG=400⋅9,81 N=3924 NF_\text{G} = 400 \cdot 9{,}81\,\text{N} = 3924\,\text{N}, FZ=400⋅156,966 N≈10 464 NF_\text{Z} = \frac{400 \cdot 156{,}96}{6}\,\text{N} \approx 10\,464\,\text{N}. Die Schiene drückt also zusätzlich mit FN=FZ−FG≈6540 NF_\text{N} = F_\text{Z} - F_\text{G} \approx 6540\,\text{N} nach unten.

Aufgabe 5: Reibung

Starte im Tal aus 15 m15\,\text{m} mit μ=0,02\mu = 0{,}02. Wie hoch kommt der Wagen auf der anderen Seite? Wie viel Energie steckt dann in der Reibungswärme? Ausprobieren

Lösung anzeigen

Er kehrt in etwa 13,4 m13{,}4\,\text{m} Höhe um. Es fehlen etwa 1,6 m1{,}6\,\text{m} Höhe, also WR≈400⋅9,81⋅1,59 J≈6,2 kJW_\text{R} \approx 400 \cdot 9{,}81 \cdot 1{,}59\,\text{J} \approx 6{,}2\,\text{kJ}. Die Summe aller Energien bleibt 400⋅9,81⋅15 J≈58,9 kJ400 \cdot 9{,}81 \cdot 15\,\text{J} \approx 58{,}9\,\text{kJ}. Mit Reibung braucht der Looping übrigens mehr als 15 m15\,\text{m}: bei μ=0,02\mu = 0{,}02 etwa 17 m17\,\text{m}. Messreihe mit Reibung

Aufgabe 6: Zu niedrig gestartet

Auf der eigenen Bahn liegt der Hügel bei Punkt 2 in 14 m14\,\text{m} Höhe. Der Wagen startet ohne Reibung aus 12 m12\,\text{m}. Wo kehrt er um? Wie schnell ist er im Tal bei Punkt 1 (2 m2\,\text{m})? Aufgabe laden

Lösung anzeigen

Ohne Reibung kehrt er genau in der Starthöhe um, also in 12 m12\,\text{m} Höhe am Hang vor dem Hügel. Den 14 m14\,\text{m} hohen Hügel schafft er nicht. Im Tal ist Δh=12 m−2 m=10 m\Delta h = 12\,\text{m} - 2\,\text{m} = 10\,\text{m}, also v=2⋅9,81⋅10 ms≈14,0 msv = \sqrt{2 \cdot 9{,}81 \cdot 10}\,\tfrac{\text{m}}{\text{s}} \approx 14{,}0\,\tfrac{\text{m}}{\text{s}}. Danach rollt er zurück zum Start und pendelt hin und her.

Ideen für den Unterricht

  • Einsatz: Energieerhaltung in der Mittelstufe (etwa Klasse 9/10); die Energie-Diagramme bereiten auf Potentialdiagramme vor, der Looping eignet sich als Vertiefung zur Kreisbewegung.
  • Entdeckungsaufgabe in Gruppen: Jede Gruppe sucht die Mindesthöhe – erst ohne, dann mit Reibung – und begründet das Ergebnis anschließend mit v2≥grv^2 \geq g r.
  • Modell: Massenpunkt auf der Schiene, Reibung proportional zur Normalkraft (auch im Looping), g=9,81 ms2=9,81 Nkgg = 9{,}81\,\tfrac{\text{m}}{\text{s}^2} = 9{,}81\,\tfrac{\text{N}}{\text{kg}}. Wer im Unterricht mit g≈10 Nkgg \approx 10\,\tfrac{\text{N}}{\text{kg}} rechnet, erhält etwa 2 %2\,\% größere Energien und Kräfte und etwa 1 %1\,\% größere Geschwindigkeiten. Energien zeigt die Simulation in Kilojoule (1 kJ=1000 J1\,\text{kJ} = 1000\,\text{J}). Der gezeichnete Wagen ist größer als maßstäblich. Sicherungsbügel halten ihn auf der Schiene; wo er ohne sie abheben würde, zeigt die Simulation das an (auch „Airtime“ auf Hügeln). Auf der Mega-Bahn ist ein Zug aus drei Wagen gezeichnet; gerechnet wird weiter mit einem Massenpunkt in der Mitte des Zugs. Ihre Loopings sind wie echte Bahnen tropfenförmig (unten weit, oben eng): Unten ist der Zug schnell, ein großer Radius hält den Andruck 1+v2gr1 + \frac{v^2}{g r} klein; oben ist er langsam, dort genügt ein kleiner Radius für v2≥grv^2 \geq g r. Der Andruck ist die Normalkraft geteilt durch die Gewichtskraft, FNmg\frac{F_\text{N}}{m g}.
  • Häufige Stolpersteine:
    • „Schwere Wagen sind schneller.“ – Die Geschwindigkeit hängt nicht von der Masse ab.
    • „Mit Reibung geht Energie verloren.“ – Sie wird in innere Energie umgewandelt, nicht vernichtet.
    • „Für den Looping reicht eine Starthöhe von 2r2r.“ – Oben braucht der Wagen noch Geschwindigkeit, deshalb 2,5 r2{,}5\,r.